
-
Frachtschiffreisen – FAQ - Gut zu wissen
Frachtschiffreisen – Antworten auf die wichtigsten Fragen
Frachtschiffreisen sind ein aussergewöhnliches Erlebnis – in keiner Art und Weise mit einer Kreuzfahrt zu vergleichen. Mit den nachfolgenden Punkten machen wir Sie auf einige Besonderheiten aufmerksam. Bevor Sie sich endgültig für solche eine Reise entscheiden, ist es uns wichtig, Sie gut zu informieren, was Sie erwartet.
-
Leider werden seit der COVID-Pandemie praktisch keine Überseereisen mehr angeboten. Aber es ist weiterhin möglich, in Europa Frachtschiffreisen zu unternehmen auch wenn das Angebot seit der Pandemie deutlich reduziert ist. Hier finden Sie eine Übersicht über die Reisen in Europa: Frachtschiffreisen Europa. Gut planbar sind unsere Frachtschiff-Spezialreisen ab/bis Schweiz. Hier haben wir eine Übersicht der Frachtschiffreisen, die nach oder in Übersee noch angeboten werden: Frachtschiffreisen Übersee.
-
Nein, es gibt keine Frachtschiffreisen zwischen Basel und Rotterdam (oder einem anderen Nordseehafen). Die heutigen Rheinschiffe fahren 24 Stunden am Tag und haben dadurch keinen Platz an Bord, um Passagiere mitzunehmen. Selbst wenn würden regulatorische Vorschriften im Zusammenhang mit Gefahrengut die Mitnahme von Passagieren extrem einschränken. Wir empfehlen Ihnen deshalb, eine unserer Schnupperreisen in der Nord- oder Ostsee auszuprobieren, um einen Einblick in das moderne Leben der Seefahrer zu erhalten. Hier finden Sie eine Übersicht über die Reisen in Europa: Frachtschiffreisen Europa. Gut planbar sind unsere Frachtschiff-Spezialreisen ab/bis Schweiz.
-
Nein, es gibt seit der COVID-Pandemie keine Frachtschiffreisen von Europa nach Asien oder Australien/Neuseeland mehr. Auch zwischen Asien und Australien/Neuseeland werden keine Frachtschiffreisen mehr angeboten. Ebenfalls sind keine Frachtschiffreisen mehr über den Pazifik möglich. Hier haben wir eine aktuelle Übersicht von Frachtschiffreisen, die nach oder in Übersee noch angeboten werden: Frachtschiffreisen Übersee.
-
Seit November 2025 gibt es wieder monatlich eine Möglichkeit, mit dem Frachtschiff von Europa an die USA Ostküste zu reisen. Ein spannender Zwischenhalt - wo man auch ausschiffen kann - ist die Insel St. Pierre et Miquelon vor der Küste von Kanada. Die Neoliner Origin bietet sechs Passagierkabinen für maximal 12 Passagiere. Die Reisen zwischen Frühling und Herbst sind oft bis zu einem Jahr im Voraus ausgebucht. Allerdings kann es sich immer lohnen, auch kurzfristiger anzufragen, ob wegen Annullationen wieder eine Kabine frei geworden ist. Interessant für Reisende, welche den Camper oder ihr Fahrzeug mitnehmen möchten: Das Fahrzeug kann über einen Spediteur auf dem gleichen Schiff mitreisen.
Nach Kanada werden leider keine Frachtschiffreisen angeboten. Wir würden Ihnen die Reise mit der Neoliner Origin nach St. Pierre et Miquelon empfehlen und von dort mit der Fähre nach Neufundland überzusetzen.
Die Reiseroute mit der Neoliner Origin finden Sie hier auf unserer Frachtschiffreisen-Übersicht: Frachtschiffreisen Übersee.
-
Nein, seit der COVID-Pandemie werden keine Frachtschiffreisen in die Karibik oder nach Südamerika angeboten. Wenn man mit dem Schiff über den Atlantik in die Karibik oder nach Südamerika reisen möchte bieten sich die folgenden Möglichkeiten:
- Im Herbst fahren oft Kreuzfahrtschiffe von Europa in die Karibik und an die Ostküste von Südamerika. Im Frühling werden Reisen von der Karibik oder Südamerika Kreuzfahrten nach Europa angeboten.
- Eine spannende Variante kann sein, den Atlantik mit einem Segelschiff zu überqueren, wo man auch Teil der Crew ist und im Rahmen seiner Möglichkeiten mithelfen darf. Diese Segeltörns sind auch möglich, wenn man keine Segelerfahrung hat. Die aktuellen Atlantik-Segeltörns finden Sie in unserer Übersicht Segeltörns Transatlantik.
-
Auf Frachtschiffen ist die Fracht König – nicht der Passagier. Dies führt öfters dazu, dass die Fahrpläne und die Routen – je nach Ladeaufkommen – kurzfristig ändern oder eine Reise – vereinzelt auch ganz kurzfristig – annulliert wird. Nur wer zeitlich relativ ungebunden ist, kann eine Frachtschiffreise unternehmen. Abfahrts- und Ankunftsdatum werden bei Frachtschiffreisen nie garantiert und können sich – bedingt z.B. durch schlechtes Wetter oder verspätetes Eintreffen von Fracht – noch während der Reise verschieben. Das Schiff kann z.B. plötzlich drei Tage früher fahren oder aber drei Tage Verspätung haben. Solche Verschiebungen sind normal und müssen bei der Reiseplanung berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere für die Planung von Anschlussprogrammen an die Frachtschiffreise (Planung der An- und Abreise, Hotelreservationen, etc.).
Wir empfehlen Ihnen, die Anreise frühestens eine Woche vor der geplanten Einschiffung in Absprache mit uns zu buchen. Sofern Sie nach der Ausschiffung am Ende der Reise möglichst schnell wieder in die Schweiz zurückkehren möchten, dann buchen Sie das Rückfahrtticket vor Ort. Denn vielleicht können Sie das Schiff bereits um 8 Uhr morgens verlassen oder erst abends um 20 Uhr - oder erst am Folgetag.
Wenn Sie zeitlich sehr eingeschränkt sind, dann empfehlen wir Ihnen unserer Reise All-inclusive-Frachtschiffreisen in der Ostsee. Diese Reise wird wöchentlich durchgeführt und hat normalerweise einen sehr stabilen Fahrplan: Sie reisen am Donnerstag ab der Schweiz nach Antwerpen und schiffen am Freitag ein. Die Rückkehr in die Schweiz ist dann am übernächsten Montag.
-
Auf Frachtschiffen müssen Sie immer wieder Treppen steigen. Sie müssen daher gut zu Fuss sein und sich auch bei Wellengang das Treppensteigen noch zutrauen. Auf Frachtschiffen befindet sich kein Arzt, die Offiziere sind jedoch in erster Hilfe ausgebildet. Deshalb bestehen auch Altersbeschränkungen (meistens zwischen 75 und 79 Jahren) und für Passagiere ab 65 wird immer ein ärztliches Attest verlangt, bei einigen Reedereien aber auch von jüngeren Passagieren.
-
Englisch ist die Haupt-Verständigungssprache auf Frachtschiffen. Aus Sicherheitsgründen muss die Mannschaft davon ausgehen können, dass sie mit Ihnen im Notfall auf Englisch kommunizieren kann und Sie die entsprechenden Anweisungen auch verstehen. Deshalb: Eine gewisses Mass an Englischkenntnissen müssen Sie mitbringen, um eine Frachtschiffreisen unternehmen zu können. Denn Sie müssen davon ausgehen, dass an Bord niemand Deutsch spricht oder versteht und dass Sie möglicherweise der einzige Passagier an Bord sind.
-
Auf einem Frachtschiff hat man das, was im Alltag meistens fehlt: Freie Zeit! Zeit um auszuspannen, zu lesen, den Wolken zuzuschauen, in den Tag hinein zu dösen. Die Schiffsmannschaft ist nicht für die Unterhaltung der Passagiere zuständig und man muss sich selber beschäftigen können. Eventuell sind Sie einziger Passagier an Bord. Wenn Sie in einem Hafen Landgang haben, dann organisiert die Mannschaft höchstens den Shuttle vom Schiff zum Terminalausgang. Alles weitere müssen Sie dann vor Ort organisieren. Und nicht vergessen: Pünktlich zurück sein, denn wenn das Schiff mit dem Beladen fertig ist, wird es auslaufen - egal ob Sie an Bord sind oder nicht.
-
Je nach Kapitän, Wetter, Fahrtgebiet und Unterhaltsarbeiten an Deck können die freigegebenen Flächen variieren. Es gilt: Wenn der Kapitän „NEIN“ sagt, dann ist dies das Gesetz. Da spielt es keine Rolle, ob man als zahlender Passagier auf dem Schiff ist oder nicht. An Bord herrscht oft eine militärische Befehlsstruktur, die für Landratten zwar ungewohnt, auf hoher See aber für die Sicherheit des Schiffes unabdingbar ist. Auf den meisten Schiffen ist auf See die Kommandobrücke für Passagiere zugänglich, ebenso die Messe (Fachjargon für “Speiseraum”). Nur auf Einladung hin dürfen die Aufenthaltsräume der Seeleute besucht werden.
-
Das hat mehrere Gründe. Salopp ausgedrückt: Es lohnt sich für die Reedereien nicht mehr. Einer davon ist, dass durch Fusionen riesige Grossreedereien entstanden sind mit Milliardenumsätzen. Ob die jetzt noch eine Million mehr Umsatz machen mit einem Nischenprodukt, das oft auch noch Ärger mit sich bringt, spielt für diese Grosskonzerne keine Rolle mehr. Früher waren es oft noch kleine Familienunternehmen, die bis zu 12 Passagiere pro Reise mitnahmen, die dann direkt in den Geldbeutel der Eigner flossen und nicht in irgend einer Grosskonzern-Buchhaltung verschwanden.
Ein fast ebenso wichtiger Grund ist bei den Hafenbehörden zu suchen. Schon seit ungefähr 2004 wurde durch immer strengere Vorschriften die Mitnahme von Passagieren auf Frachtschiffen immer komplizierter und aufwändiger. Schon bei Beginn der Pandemie hatten verschiedenste Länder oder Häfen die Ein- und Ausschiffung von Passagieren auf Frachtschiffen verboten oder mit unklaren Regeln, jede Ein- und Ausschiffung zur Lotterie werden lassen. Der Stillstand der Frachtschiffreisen während der COVID-Pandemie veranlasste dann die letzten grösseren Reedereien, dieses Nischengeschäft nicht mehr neu zu starten.
-
Das Essen auf einem Frachtschiff kann als "gutbürgerlich" beschrieben werden. Je nach Koch ist das Essen gut, manchmal aber auch verbesserungsfähig. Da gilt ein bisschen die Devise, die Sie vielleicht von Ihrer Mutter noch gehört haben: Was auf den Teller kommt wird gegessen. Für die Passagiere sind zwei warme - oft fleischlastige - Mahlzeiten oft etwas viel. Da kann man dem Koch höflich bitten, ob man eine kleinere Portion haben dürfte. Oft sind die Köche aus den Philippinen. Vermeiden Sie unbedingt den Eindruck, dass Sie eine kleinere Portion wünschen weil Ihnen das Essen nicht schmeckt, sondern weil es einfach zu viel ist. Der Koch könnte sonst schnell beleidigt sein.
Wichtig: Der Koch auf einem Frachtschiff hat sehr lange Arbeitszeiten. Halten Sie die definierten Essenszeiten unbedingt ein und erscheinen Sie pünktlich zu den Mahlzeiten. So kann der Koch auch rechtzeitig die Küche wieder aufräumen und in die Pause gehen bevor die Vorbereitungen für die nächste Mahlzeit ansteht.
-
Als Passagier kann man sich auf einem Frachtschiff durchaus ordentlich vegetarisch ernähren. Es wird aber nicht ein spezielles vegetarisches Menu gekocht sondern man erhält einfach mehr von den Beilagen. Aufgrund von oft grosszügigen Portionen wird man nicht hungrig vom Tisch gehen müssen. Eine vegane Ernährung an Bord eines Frachtschiffes ist nicht möglich.
-
Die wenigen Frachtschiffe, die noch Passagiere mitnehmen, sind fast ausschliesslich Containerschiffe, welche von westeuropäischen Reedereien kontrolliert werden. Die Mitfahrt auf Tankern, Gas- und Chemieschiffen ist nicht gestattet.
Des weiteren gibt es einige Stückgutschiffe in Richtung Südafrika, die Passagiere akzeptieren, auf welchen Ladung transportiert wird, die nicht in einem Container transportiert werden kann. Da müssen Sie zeitlich meistens sehr flexibel sein, da die Buchung nur für einen bestimmten Monat entgegengenommen wird. Das gleiche gilt für die Reise mit dem RoRo-Schiff Neoliner Origin zwischen Frankreich und der USA Ostküste. Da wird ebenfalls - neben Containern - vor allem Stückgut, Fahrzeuge und Jachten befördert.
-
Das kommt ganz darauf an, wie alt die Kinder sind. Generell gilt: Unter 6 Jahren geht gar nix. 6 - 12 Jahre auf Europareisen vielleicht, ab 12 Jahren vereinzelt möglich für Reisen nach Finnland. Da die meisten Schiffe heutzutage nur noch eine Kabine und oft nur eine Einzelkabine zur Verfügung stellen, scheitert das Vorhaben meistens schon an der Anzahl verfügbaren Kabinen.
-
Die wenigen Frachtschiffe, die noch Passagiere befördern, bieten meistens nur eine bis zwei Kabinen für Passagiere an. Man ist deshalb oft der einzige Passagier an Bord. Die allermeisten Kabinen sind Aussenkabinen mit Dusche/WC. Der Standard variiert je nach Schiff, sind aber heutzutage meistens ehemalige Mannschaftskabinen von 102 - 152 Grösse. Grundsätzlich sind die Kabinen wohnlich eingerichtet und sauber. Je nach Reederei und Alter des Schiffes variiert der Standard etwas. Lassen Sie sich nicht vom Namen der Kabine - respektive der "Kammer" wie es korrekterweise heissen sollte - täuschen. Nur weil die Reederei die Kabine/Kammer mit "Eigner" anschreibt, heisst das nicht, dass dies auch eine speziell komfortable Kabine ist.
-
Containerschiffe bleiben zwischen 6 bis 24 Stunden im Hafen. Da sich Containerterminals oft weit entfernt von den Stadtzentren befinden, ist in vielen Häfen kein Landgang möglich. In erster Linie muss bei einer Frachtschiffreise immer das „Erlebnis Schifffahrt“ im Vordergrund stehen und nicht das Entdecken des Reiseziels.
-
Sofern der Kapitän es nicht von sich aus bekannt gibt, so erkundigt man sich selber nach den Bordregeln auf „seinem“ Schiff: Wann darf man auf die Kommandobrücke, wann an den Bug, welche Flächen darf man nicht betreten, etc. Zudem ist jeder Hafen ganz verschieden. Wenn der Kapitän einen Landgang - aus welchen Gründen auch immer - als nicht opportun einstuft, gibt es keinen Landgang! Denn auch als zahlender Passagier, ist der Kapitän ihr Chef und Sie haben sich nach ihm zu richten und nicht umgekehrt.
Auf dem Schiff respektive im Hafen sind Sie - solange Sie die Anweisungen befolgen - sicher. Die Häfen sind heutzutage hochtechnologisierte und -automatisierte Industrieareale, wo man sich normalerweise nicht mehr zu Fuss bewegen darf sondern nur noch mit Busshuttles zwischen Schiff und Terminaleingang.
-
Aus versicherungstechnischen Gründen ist das „Rüberarbeiten“ in der heutigen Zeit nicht mehr möglich. Die Schiffe liegen heute nur noch kurz im Hafen (6-24 Stunden). Während dieser Zeit ist der Kapitän sehr beschäftigt und oft auch nicht an Bord anzutreffen. Zudem sind die Containerterminals heutzutage hermetisch abgeriegelt, so dass man gar nicht zu den Schiffen gelangt. Deshalb ist es aussichtslos, in den Häfen direkt auf eine Mitfahrtgelegenheit zu hoffen. Für jeden an Bord müssen zudem vor der Abfahrt auch Versicherungen abgeschlossen werden und Mannschaftslisten den Behörden gemeldet werden. Dies kann nicht innerhalb weniger Minuten geschehen.
-
Die Einreise mit einem Frachtschiff in ein Land verlangt oft andere Einreisebestimmungen als wenn man mit dem Flugzeug einreist. So ist oft auch für Europareisen meistens ein Reisepass nötig anstelle der eigentlich auch gültigen Identitätskarte. Diese Vorschriften gelten auch, wenn man das Schiff im Hafen nicht verlässt sondern an Bord bleibt.
-
Die obligatorische Deviationsversicherung wird von der Reederei für jeden Passagier abgeschlossen. Diese deckt den wirtschaftlichen Schaden der Reederei, sollte das Schiff wegen einer akuten Erkrankung eines Passagiers eine Routenänderung vornehmen müssen. Diese Versicherung kostet je nach Schiff und Route normalerweise zwischen Fr. 90.— und Fr. 300.— pro Person und Reise. Sie wird in unserer Offerte separat ausgewiesen sofern die Versicherung nicht im Passagepreis eingeschlossen ist.
-
Dies ist leider nicht möglich. Es ist egal, ob es die kuscheligste Deutsche Dogge, der harmloseste Chihuahua, der ruhigste Papagei oder die anschmiegsamste Königspython ist. Die Antwort der Reederei ist immer gleich: Nein.
Das gleiche gilt übrigens auch für Kreuzfahrtschiffe. Auch dort ist die Mitnahme von Tieren nicht erlaubt. Die einzige Ausnahme ist das Kreuzfahrtschiff Queen Mary 2 auf der Transatlantikroute, wo Hunde und Katzen akzeptiert werden. Die Tiere dürfen jedoch nicht in den Passagierbereich sondern sind in speziellen Käfigen auf dem obersten Deck untergebracht, wo sie von einem Crewmitglied betreut werden. Die wenigen Tierplätze sind meistens ein Jahr oder länger im Voraus ausgebucht.


