Schiff Reisebericht

Orcas, Buckelwale und Polarlichter ─ Norwegen

Ende November war "Die Spezialisten"-Mitarbeiterin Simone Anderegg anlässlich einer Leserreise in Zusammenarbeit mit Der Bund an Bord der «Rembrandt van Rijn». Im aktuellen Reisebericht erzählt sie über ihre Walsafari-Erlebnisse.

Das Schiff «Rembrandt van Rijn» wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Hering-Logger gebaut und stand viele Jahre im Einsatz in europäischen Küstengewässern. 1994 wurde das Schiff zu einem Dreimast-Passagiersegler umgebaut und für Segeltörns um Spitzbergen sowie im Galapagos-Archipel eingesetzt. 2011 wurde das Schiff komplett überholt. Das Schiff verfügt über insgesamt 15 Doppelkabinen und einer Dreibett-Aussenkabine, alle mit eigener Dusche/WC. Im Unterdeck befinden sich ein geräumiger Aufenthaltsraum, welcher auch als Speisesaal genutzt wird sowie eine kleine Bar, wo man den Expeditionsleitern bei der Planung des Tagesprogrammes über die Schulter schauen kann. Mit einer Länge von 56 Metern kann das Schiff auch in kleine Fjorde und Buchten fahren, die grösseren Schiffen verwehrt sind.

Los ging die Reise ab Tromsø, der sogenannten Hauptstadt der Arktis, begleitet vom Schweizer Reiseleiter Roger Canali und einer 12-köpfigen Crew. Das Personal machte den Aufenthalt auf dem Motorsegler sehr familiär und persönlich. Unter anderem mit dabei waren die Expertinnen Birgit Lutz sowie Michelle van Dijk.

Die Crew beobachtete täglich die Wetterlage und informierte sich darüber, wo sich die Wale gerade aufhielten. Dementsprechend plante der Kapitän die Reise-Route täglich aufs Neue. Daher fuhren wir schlussendlich eine völlig andere Route als ursprünglich geplant war - aber das ist bei solchen Reisen normal und es wird eine gewisse Flexibilität von den Passagieren erwartet.

Ungefähr 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, rund um die Insel Kvaløya und Senja, kommen im frühen Winter grosse Hering-Schwärme aus der Barentssee um in den Fjorden zu überwintern. Dies lockt verschiedene Walarten in grosser Zahl an.

Bereits am ersten Tag unserer Reise wurden wir überrascht und konnten hautnah Orcas und Buckelwale vom Deck aus beobachten.

Ungefähr 350 Kilometer nördlich des Polarkreises, rund um die Insel Kvaløya und Senja, kommen im frühen Winter grosse Hering-Schwärme aus der Barentssee um in den Fjorden zu überwintern. Dies lockt verschiedene Walarten in grosser Zahl an.

Bereits am ersten Tag unserer Reise wurden wir überrascht und konnten hautnah Orcas und Buckelwale vom Deck aus beobachten.

Nebst der Lektüre an Bord erfuhren wir von den beiden Expertinnen Birgit Lutz und Michelle van Dijk während spannenden Vorträgen mehr über die faszinierenden Meeresbewohner, wie sich die verschiedenen Walarten unterscheiden und wie sich diese in den letzten Jahren entwickelt haben.

Naturspektakel Polarlichter

Wir hatten grosses Glück und konnten auf dieser Reise gleich mehrere Male Nordlichter, auch bekannt als «Aurora Borealis», sichten. Roger Canali gab uns noch ein, zwei Tipps, worauf wir beim Fotografieren des Naturspektakels achten sollen. Wichtig ist sicherlich beim Equipment ein Stativ dabei zu haben und bei der Kamera zu berücksichtigen, dass Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert manuell einstellbar sind.

Polarnacht

Am Donnerstag, 28. November, erlebten wir ausserdem das Phänomen der Polarnacht. Als Polarnacht wird der Zeitraum um die Wintersonnenwende bezeichnet, in der die Sonne in den Polargebieten für Wochen oder gar Monate nicht zu sehen ist. D.h. der Beginn einer bestimmten Zeit, an dem die Sonne nicht über den Horizont steigt. Am geografischen Nord- und Südpol dauert die Polarnacht fast ein halbes Jahr, knapp nördlich, bzw. südlich, der Polarkreise genau einen Tag. In Tromsø beträgt die Zeit, währen derer die Sonne nie richtig aufgeht, rund zwei Monate.

Bobby, unser Hotelmanager, überraschte uns zu diesem besonderen Anlass mit einem warmen Punch als Sundowner.

Norwegische Winterlandschaften

Die Fjorde zeigten sich von ihrer schönsten Seite und wir unternahmen fast täglich kurze Schneeschuhtouren durch schöne Winterlandschaften. Wenn wir nicht in einem Hafen anlegten, brachte uns die Crew mittels Zodiac an Land und stellte uns Schneeschuhe zur Verfügung.

Traditionelles Dorf „Hamnes“

Auf unserer Reise machten wir ausserdem Halt im kleinen Fischerdörfchen "Hamnes", wo Stockfisch und gesalzener Fisch noch immer auf traditionelle Weise produziert werden. Das Dorf ist ein gut erhaltener, denkmalgeschützter Handelsplatz aus dem 19. Jahrhundert mit rund 30 Einwohnern.

Es ist ein idyllischer Ort mit weissen Holzhäusern und einem ganz eigenen Charme – hier stehen einige der sehr wenigen Gebäude, die die Deutschen gegen Ende des Zweiten Weltkriegs auf ihrem Rückzug aus Russland nicht niederbrannten.

Im Heimatmuseum erfuhren wir mehr über das Leben der damaligen Bewohner, auch dank den Aufnahmen von Annie Giæver, welche das Leben dazumal in dieser schönen Gegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fotografisch dokumentierte. 

Gegen Ende der Woche wurde der Wind dann etwas stärker. Die Passagiere durften beim Setzen der Segel aktiv dabei sein und die Crew dabei unterstützen. Mit sieben bis acht Knoten segelten wir um die Halbinsel der Lyngen Alps.

Die Reise auf der «Rembrandt van Rijn» war für mich eine tolle Erfahrung. Wir erlebten eine intensive Woche mit unglaublich vielen Highlights wie das Sichten von Polarlichtern, der faszinierenden Meeresbewohnern sowie auch das Schlafen auf diesem Motorsegler. Das Beobachten der Wale hautnah an Bord war ein besonderer Moment, welchen ich nicht vergessen werde.

Simone Anderegg, Marketing "Die Spezialisten"